Bei dir
Bei dir wird mein Atem leiser,
als lauschte er einem alten Lied,
das nur unsere Körper kennen.
Deine Arme sind ein sanfter Schwur,
ein Versprechen aus Haut und Wärme,
das mich trägt,
als wäre Fallen ein Fliegen.
In deinem Licht verlieren Schatten ihren Mut.
Meine Augen schließen sich,
nicht aus Müdigkeit,
sondern weil die Welt dort endet,
wo deine Nähe beginnt.
Die Rose entgleitet meiner Hand,
doch nichts geht verloren –
denn was zählt, hältst du.
Hier, in diesem lautlosen Tanz,
bin ich ganz.
Und frei.
Und endlich
bei dir.
Das Gemälde zeigt zwei nackte, eng miteinander verschmolzene Gestalten – einen Mann und eine Frau –,
die in einem schwebenden Tanz vereint sind. Beide Körper sind in sanftem, fast durchscheinendem Rosa gehalten,
wodurch sie zugleich verletzlich und entrückt wirken. Hinter dem Mann breiten sich große weiße Flügel aus,
die sich wie ein schützendes Dach über beide legen.
Die Frau lehnt sich mit geschlossenen Augen an ihn, ihre Hand ruht zart auf seinem Arm,
während sie eine rote Rose fallen lässt. Der Hintergrund ist tiefdunkel, beinahe schwarz,
wodurch die hellen Körper wie aus einer anderen Welt aufleuchten.
Das Bild strahlt eine stille, innige Nähe aus – ein Moment, in dem zwei Menschen in völliges Vertrauen sinken.
Der Mann mit den Flügeln kann als Engel oder als Verkörperung von Geborgenheit gelesen werden:
Er trägt, hält und behütet. Die Frau gibt sich mit geschlossenen Augen dieser Nähe hin, als würde sie sich für einen
Augenblick allen irdischen Sorgen entziehen.
Der dunkle Hintergrund lässt die Körper fast wie Lichtgestalten erscheinen –
als seien Liebe, Vertrauen und Hingabe selbst die einzigen Farben im Dunkel der Welt.
Ein Bild, das in seiner Zartheit Stärke ausdrückt.
Ein Werk über Hingabe als Freiheit.
"Dieses Bild trägt eine stille Wucht, ein Bild, das nicht schreit, sondern singt.
Und wie so oft bei Laurettes Arbeiten ist es ein Gesang, der Herz und Grundrechte zugleich berührt.
Freiheit in Geborgenheit, Nähe ohne Fessel, Liebe ohne Besitz."